Semantische Suche und SEO:
Was Google wirklich sein möchte

Kategorie: Know How

Am Anfang war es eine Liste, von Menschen erstellt. Später wurde es eine von Maschinen zusammengestellte Sammlungen von Websites zu bestimmten Themen. Doch inzwischen will Google viel mehr sein – keine Such-, sondern eine Antwortmaschine.

Schritt eins: Alles zusammen

Universal Search ist Googles Bestreben, nicht nur den Text auf Websites auffindbar zu machen, sondern möglichst alle im Netz verfügbaren Informationen anzubieten.

Deshalb enthalten die meisten Ergebnisseiten Bilder, News, Produktdaten, Videos, Landkarten und andere Medien.

Schritt zwei: Fakten, nicht Links

Google will Antworten möglichst selbst anbieten, nicht auf anderen Websites. Das ist für uns Nutzer bequemer (warum sollte ich woanders weitersuchen?) und für Google gut (dann bleibe ich auf Google und sehe mehr Adwords). 

Wenn Sie jetzt einen Firmennamen wie BMW eingeben, bekommen Sie direkt das Logo, eine Kurzbeschreibung, den aktuellen Aktienkurs, den Gründer und den CEO. Früher bekam man sogar das Firmengebäude, den „Vierzylinder“ als Bild.

Suchen Sie „Hotel Frankfurt“ bekommen Sie eine Liste mit Angeboten und Bewertungen, eine Karte und mit einem Klick erreicht man alle bekannten Hotels. Und zwar, und das ist wirklich wichtig: Mit Verfügbarkeit und Preisen für ein gewünschtes Datum! Wahrscheinlich buchen Sie noch über Drittsites (Booking, HRS), aber der Ansatz von Google ist deutlich.

Ähnliches gibt es für Events, Filme, Flüge – und ganz klar für Produkte.
Direkt mit Bild, Preis, Anbieter, ggf. Bewertung - und Sie können kaufen, ohne lange durch Shops stöbern zu müssen. Okay, auch hier noch beim Anbieter, nicht direkt bei Google. Aber wie lange wird es noch dauern, bis Google das Frontend für andere Websites wird und alles abwickelt, wie Amazon oder Ebay?

Es ist deutlich, wie verführerisch einfach es wird, seine Geschäfte nur noch in Google zu erledigen. Es ist nur ein wenig unheimlich, dass man irgendwann denkt, dass es jenseits von Google gar nichts mehr gibt.

Schritt Drei: Der persönliche Agent

Noch spannender wird es, wenn der Rechner einem auch Aufgaben abnimmt.
Der einem erinnert, dass man für den nächsten Termin besser jetzt losfahren sollte. Der Reisen aus Fahrt, Übernachtung und Städtetipps kombiniert.

Dazu muss der Agent furchtbar viel von uns wissen. Vorlieben, Kalender, Freunde (und deren Vorlieben, Themen etc.), Aufenthaltsort (wo bin ich jetzt, wo werde ich später sein?). Im Grunde das, was enge Freunde auch von einem wissen.

Verblüffender Weise haben wir das meiste davon schon: Websites, Kalender, Mail, soziales Netz, dazu Smart TV, Tablet, Smartphone, später Smartwatch, Brille und andere Gadgets…

Mittagessen mit einem Freund? Der Agent koordiniert die Kalender, macht Vorschläge wann und wo es passen könnte. Bestätigen und automatisch reserviert er die Zeit, den Tisch im Restaurant, schaut auf An- und Abreise… wie ein gutes Navi, nur für den ganzen Alltag.

Wie beim Navi kann man sich fragen, ob man dadurch nicht völlig verblödet.
Aber bequem wird es sicher.

Anmerkung zum Titelbild

Dieser Satz ist ein klassisches Beispiel aus der Semantik.
Denn im Englischen haben die ersten drei Worte alle mindestens zwei verschiedene Bedeutungen. So kann man diesen Satz völlig korrekt ganz unterschiedlich interpretieren.

Maschinen tun sich damit sehr schwer, während man Menschen erst auf die möglichen anderen Interpretationen hinweisen muss.